Dachformen

 

Die Dachform bestimmt das Erscheinungsbild eines Hauses. Doch was verbirgt sich hinter Begriffen wie Pult-, Sattel-, Walm- oder Zeltdach? Und welches sind die Gründe für die Entwicklung so vieler unterschiedlicher Dachformen?

Jeder Bauherr eines Neubaus oder eines Dachumbaus steht vor der Entscheidung, welche Dachform er seinem Haus „aufsetzen“ möchte. In Deutschland muss er sich hierbei jedoch oft an die im Bebauungsplan vorgegebenen Richtlinien halten. Dies hat unterschiedliche Gründe. Zum einen gibt er die Dachform vor, um ein einheitliches Bild in eine Wohngegend zu bekommen. Zum anderen spielen oftmals auch klimatische Bedingungen eine große Rolle. Wird man in schneereichen Gebieten Dächer mit geringem Neigungswinkel und großem Dachüberstand finden, beherrschen in den wind- und regenreichen Regionen der Mittelgebirge steile Dächer mit geringem Dachüberstand das Bild.

Und auch regionale Eigenheiten beeinflussen Form und vor allem Material des Daches. So findet man beispielsweise an der gesamten Küstenregion Norddeutschlands immer wieder reetgedeckte, bis auf die Erde gezogene Walmdächer. Gewaltige Holzschindeldächer, als Walmdach ausgebildet, beherrschen die Form der Schwarzwaldhäuser. Und flache Naturstein- und Legschindeldächer prägen den Charakter der Häuser des Alpen- und Alpenvorlandes.

Die Gestaltungsfunktion unseres Daches ist durch viele Einzelfaktoren bestimmt. Dazu zählen unter anderem:

Dies sind die in Deutschland am zahlreichsten zu findenden Dachformen:

Das Satteldach ist die am häufigsten verbreitete Dachform. Üblich sind Dachneigungen ab etwa 30 Grad bis über 60 Grad. Weit verbreitet sind Satteldächer mit etwa 38 bis 45 Grad Neigung. Diese bieten genug Raum für einen Ausbau des Dachgeschosses.

Das Walmdach ist eine Variante des Satteldachs. Allerdings hat ein Walmdach nicht nur auf der Traufseite, sondern auch auf der Giebelseite (das ist die kurze Seite des Hauses) geneigte Dachflächen. Diese werden als Walm bezeichnet. Es gehört zu den ältesten Dächern und unterstreicht die Schutzfunktionen des Daches. Mit Gauben können die Akzente des Walmdaches unterstrichen werden.

Beim Krüppelwalmdach sind anstelle des ganzen Giebels nur die Giebelspitzen abgewalmt. Dies hat eine lange historische Tradition: Es wurde dort eingesetzt, wo ein Steilgiebel an der exponiertesten Stelle, dem First, geschützt werden musste. Auch heute wird diese Dachform noch gern dort gewählt, wo Giebel vor rauher Witterung geschützt werden müssen.

Das Pultdach ist die einfachste Dachform überhaupt. Mit nur einer schrägen Dachfläche ist es kostengünstig herzustellen. In den jüngsten Jahren wurden aus zusammen gesetzten Pultdächern reizvolle Dachlandschaften gebildet. Die Dachfläche von Pultdächern liegt meist zur Wetterseite hin, um Wind, Regen und Schnee abzuschirmen. An der Sonnenseite lässt diese Dachform dem Haus Raum für große Lichtflächen.

Das Zeltdach ist eine relativ seltene Dachform, da es praktisch nur auf einem quadratischen oder annähernd quadratischen Grundriss errichtet werden kann. Bei dieser Dachform ist die Symmetrie nach allen Seiten das beherrschende Element – klare und bestimmende Formen und Linien, die in einem Firstpunkt enden. Der Nachteil: Wenig Ausbaureserven.

Beim Mansarddach weisen die Dachflächen einen Knick auf, das Dach ist im unteren Bereich wesentlich steiler als im oberen. Durch den Knick ist mehr Wohnfläche im ausgebauten Dachgeschoss möglich, es entsteht so ein zusätzlicher Wohnraum für eine oder mehrere Mansarden.


Eine weitere Möglichkeit ist das Flachdach ..

.. wobei dieser Begriff eigentlich irreführend ist. Denn um haltbar und langfristig dicht zu sein, muss das Flachdach eine – wenn auch nur minimale – Neigung aufweisen. Wenn diese fehlt, kann das Regenwasser nicht ablaufen – Bauschäden sind die Folge. Obwohl flache Dächer keinerlei Raumnutzung eines Dachgeschosses ermöglichen, haben sie durchaus ihre Reize: So erfreuen sich beispielsweise Dachterrassen und begrünte Dächer gerade in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit.


Das Dach – ein wichtiger Faktor beim Hausbau

Dies macht deutlich: Dächer, mit ihren vielen Varianten und Gestaltungsmöglichkeiten, sind ein wichtiges Architekturelement und prägen durch die genannten Einzelfaktoren das Bild der Häuser, Dörfer, Siedlungen, Städte und Landschaften. Und auch den Bewohnern geben sie eine Möglichkeit, das Erscheinungsbild ihres Hauses maßgeblich zu gestalten, um sich in ihm wohl und geschützt zu fühlen.